Natur mit Plan: Wie Käferkeller Artenvielfalt fördern
Manche Projekte wirken auf den ersten Blick klein – entfalten aber große Wirkung. So auch unser neuestes Vorhaben: Neben einem frisch gesetzten 160 Meter langen Knick entstanden im Frühsommer drei sogenannte Käferkeller – kleine, bewusst gestaltete Lebensräume für Insekten, Amphibien und Kleintiere.
Was ist ein Käferkeller?
Ein Käferkeller ist eine künstlich angelegte, mit Naturmaterialien gefüllte Bodenstruktur, die Unterschlupf, Überwinterungsmöglichkeiten und Bruträume bietet. Die Bauweise orientiert sich an natürlichen Zersetzungsprozessen und der Strukturvielfalt, wie sie in alten, naturnahen Landschaften vorkommt – nur eben gezielt hergestellt.
So haben wir’s gemacht:
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Die Grube:
Mindestens 5 m² groß, mit flach ansteigenden Wänden – so können Tiere wie Käfer, Kröten oder Blindschleichen problemlos ein- und aussteigen. -
Die Drainageschicht:
Etwa 20 cm grober Kies (8/16) am Boden sorgt dafür, dass sich kein Wasser staut – ein trockener Rückzugsort ist entscheidend für viele Arten. -
Die Füllung:
Verrottbares Material wie Häcksel, Laub und Stroh bildet die Basis. Darauf wurden Totholz (Stämme, Äste)und größere Steine geschichtet – perfekt als Versteck und Wärmequelle. In Teilbereichen ergänzen feinere Zweige die Struktur. -
Der Standort:
Direkt angrenzend an einen frisch gepflanzten Knick, der in den kommenden Jahren zu einem vielfältigen Landschaftselement heranwachsen und etwas Schatten spenden wird.
Wer profitiert davon?
Ein solcher Rückzugsort ist für viele Arten wertvoll – insbesondere für
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Laufkäfer und Rosenkäfer,
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Kröten, Frösche und Molche,
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Blindschleichen,
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sowie viele weitere Bodenbewohner, die Unterschlupf, Feuchtigkeit und Schutz suchen.
Durch den direkten Anschluss an den Knick entsteht eine strukturreiche Landschaft mit Mikrohabitaten – wichtig für das Überleben vieler Arten, insbesondere in einer zunehmend aufgeräumten Agrarlandschaft.
Und wie geht’s weiter?
Im Herbst wird die Fläche zusätzlich mit Feldgehölzen bepflanzt und mit Regiosaatgut eingesät. So entsteht rund um die Käferkeller ein artenreicher Saum mit heimischen Pflanzen – und damit weitere Nahrung, Schutz und Vielfalt für die lokale Tierwelt.
Ob groß oder klein – jede Maßnahme zählt. Käferkeller sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich auf kleinstem Raum effektiver Artenschutz betreiben lässt. Sie lassen sich übrigens auch im eigenen Garten anlegen – ein echtes DIY-Projekt für Naturliebhaber.